Die Kunst der späten Erkenntnis: Faraway

Faraway entführt euch auf eine ungewöhnliche Reise, bei der die Vergangenheit über eure Zukunft entscheidet. Warum? Das erfahrt ihr im Blog.

Das Spielprinzip:

Faraway, im deutschen 2024 beim Kosmos Verlag erschienen, ist ein schnelles Kartenspiel für 2-6 Spieler ab 10 Jahren und dauert in etwas 15-30 Minuten. Ihr erkundet den Kontinent Alua über 8 Runden und versucht am Ende so viele Punkte wie möglich zu machen. 

Hierzu wählt ihr verdeckt eine eurer drei Handkarten aus. Das Aufdecken erfolgt gleichzeitig, die Aufgedeckten Karten legt ihr vor euch in einer Reihe aus (mir persönlich gefallen 2 4er Reihen besser). 

Die Zahl oben links auf der ausgewählten Karte hat eine besondere Auswirkung. Solltet ihr ab der zweiten Runde eine aufsteigende Zahl gelegt haben, 

dürf ihr euch ein Heiligtum nehmen. Ist eure Zahl kleiner als die der Mitspieler, habt ihr das Wahlrecht bei den offen liegenden Karten um eure Handkarten wieder aufzufüllen. WIe oft bin ich hier in Entscheidungsfragen gekommen, ist es mir jetzt wichtiger ein Heiligtum zu bekommen, oder will ich doch lieber eine der offenen Karten, weil die mir langfristig mehr bringt? 

Was gibt es überhaupt für Karten? 

  • Eure Handkarten werden als Regionenkarten bezeichnet, ihr findet oben links die Wertigkeit in einem Tag- oder Nachtfeld. Oben Rechts findet ihr die Ressourcen die euch die Karte für die Wertung einbringt und unten Rechts die Punkte die ihr für diese Karte bekommt eventuell ist darüber noch eine Bedingung abgebildet die erfüllt werden muss um die Punkte zu bekommen. 
  • Und dann gibt es noch die bereits erwähnten Heiligtumkarten. Diese enthalten ebenfalls Ressource und/oder Siegpunkte, unterscheiden sich aber elementar von den Regionenkarten was die Wertung angeht. 

Warum eure Vergangenheit über eure Zukunft entscheidet?

Das merkt ihr sobald die achte Runde gespielt wurde. Ihr dreht nun eure acht vor euch liegenden Karten um und beginnt mit der letzten Karte die Wertung. Also wertet ihr von hinten nach vorne, oder anders gesagt, das was ihr in der Vergangenheit gelegt habt, entscheidet nun über eure Zukunft bzw. eure Punktewertung. 

Ja diese Mechanik hat mich extrem fasziniert. Ich habe nicht nur die Entscheidung ob ich lieber eine bestimmte Regionenkarte oder ein Heiligtum will (oder vielleicht sogar beides bekommen könnte), sondern ich muss auch so gut es geht vorplanen. Lege ich als 6 Regionenkarte eine Karte aus die mir viele Punkte bringt, aber 6 Symbole als Voraussetzung hat, ist es vermutlich unwahrscheinlich das ich diese Symbole mit den letzten zwei Karten noch legen kann. Und eine Karte wird nur gewertet wenn alle Anforderungen beim Umdrehen erfüllt sind.

Glaubt mir, das führt während dem Spiel zu extremen verzwirbelungen im Kopf und zu ernüchternden Momenten wenn man merkt, das man statt der sicher geglaubten 12 Siegpunkte gar keine bekommt. Aber auch zu Glückmomenten wenn es den Mitspielern auch so geht. 
Es gibt aber ja noch die Heiligtümer, diese sind, wie in den Bildern oben zu sehen immer aufgedeckt. Entsprechend stehen Ressourcen auf diesen Karten immer zur Verfügung. Entsprechend wertvoll sind diese Karten. 
Am Ende zählt ihr dann eure Punkte zusammen und der Spieler mit den meisten Punken gewinnt die Partie. 

Der Kontinent Alua

Alua, ein sich ständig verändernder Kontinent, eine Oase der Ruhe die mit der Natur im Gleichgewicht ist. Ihr endeckt schwebende Uddu-Steine, heilende Taukronen und die einzigartigen Bewohner des Landes. 
Die dazu entworfenen Illustrationen von Maxime Morin, tragen sehr zur Stimmung und Atmosphäre von Faraway bei. 
Die Artworks sind auf jeder Karte einzigartig und auch nach dem achten mal anschauen findet man immer noch kleine Details. Der Stil ist einzigartig und konsequent duch das gesamte Spiel umgesetzt, dabei ist es nicht nur optisch ein Mehrwert sondern zahlt auch extrem auf die Übersichtlichkeit und Zugänglichkeit von Faraway ein. 
Mir gefällt das etwas abstrakte in Kombination mit dem Spieltitel "Faraway", im deutschen Fernweh, sehr gut. Man schaut die Karten an und möchte am liebsten aufbrechen und etwas neues entdecken. Das schaffen nicht viele Spiele bei mir, mich mit der Illustation so zu "beeinflussen". 

Völker der Tiefe - die erste Erweiterung

2025 kam die erste Erweiterung bei Kosmos auf den deutschen Markt, Völer der Tiefe. Diese Erweiterung bringt neben neuen Regionenkarten und neuen Heiligtümern noch neue Symbole, Aufgaben und Wertungsaspekte mit sich. Was den strategischen Anteil nochmal etwas erhöht und mehr Möglichkeiten schafft. 



Zusammenfassung & Fazit: 

Faraway ist ein cleveres und schnelles Kartenspiel mit ansprechenden Artworks und einem einzigartigen Wertungsmechanismus. 

Das aktive mitdenken ab der ersten Runde, die vielfältigen strategischen Möglichkeiten und das nötige Vorausplanen machen Faraway für mich zu einem sehr guten Spiel. Es ist nicht zu komplex, aber man muss eben trotzdem aufmerksam sein. Aus meiner Sicht ist Faraway nicht grundlos in den Top 100 Familienspielen auf BGG gelistet. 

Wenn du auf der suche nach einem schnellen, kreativen Spiel mit innovativen Spielmechanismus bist, welches eine geringe Downtime hat und sowohl Kenner als auch Gelegenheitsspieler anspricht, solltest du dir Faraway auf jeden Fall mal anschauen. 



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