Farms Race: Bauernkrieg mit Biss und Augenzwinkern
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Explosive Landwirtschaft!
Farms Race katapultiert uns in eine gnadenlose Welt in der mutierte Tiere (Kühe, Schweine, Schafe und Hühner) einen gnadenlosen Kampf um die Vorherrschaft führen. Die Menschen sind in dieser Welt schon lange nicht mehr von Bedeutung.
Das ganze gepaart mit einer ordentlichen Prise Humor und cleveren Mechaniken macht Farms Race zu einem interessanten Titel über den ich in den folgenden Zeilen meinen Ersteindruck schildern möchte.
Ein Potpurri der Klassiker - und doch ganz eigen
Viele von euch kennen "Siedler von Catan" und vermutlich noch mehr kennen "Risiko". Farms Race könnte das Kind dieser beiden Spiele sein, gedüngt mit etwas radioaktiven Dünger. Es werden bekannte Elemente wie Worker Placement, Ressourcenmanagement und Area Control aufgeriffen und zu einem stimmigen gesamtpaket verwebt.

Truppen werden durch Tiere ersetzt, wer wollte nicht schon immer mal mit einer Horde Kühe den Gegner überrennen.
Das ständige Abwägen in welche Region man seine Hühner Armee verschiebt, sich lieber auf der Flanke gegen die anrennenden Schafe verteidigen will, oder doch neue Gebäude baut, um künftig mehr "Truppen" generieren zu können, das fühlt sich schon stark nach Risiko an.
Humor der ins Schwarze trifft
Was bei Farms Race direkt auffällt ist der Humor und die Selbstironie, die das Spiel mitbringt. Nicht nur in der Anleitung sind großartige Anspielungen versteckt, auch beim eigentlichen Spielmaterial findet man super viele Anspielungen auf andere Brettspiele und Persönlichkeiten. Mir persönlich gefällt sowas, auch wenn es teils schon in einen etwas makabreren Humor abdriftet. Die Autoren haben aus meiner Sicht aber ein tolles Feingefühl bewiesen, um bekannte Klischees auf die Schippe zu nehmen, es aber nicht ins lächerliche zu ziehen. Die passenden Artwoks und Illustarationen tragen ihren Teil dazu bei das ich immer wieder Schmunzeln musste.
Auch die Mutationen, die die Tiere in dieser Welt haben, sind nicht nur lustig, sondern auch taktisch wichtig. Gewisse Mutationen haben zu verschiedenen Zeitpunkten im Spiel eine hohe Bedeutung und können den entscheidenden Vorteil in der Partie bringen.
Lass das Huhn marschieren: Ein Spielzug bei Farms Race
Der Ablauf eines Spielzuges ist dabei schnell erklärt:
- Neue Tiere platzieren und Aufruhr Token entfernen
- Tiere Bewegen oder Heilen
- Ressourcen auswürfeln
- Auf max. Ressourcen reduzieren
Gebaut werden darf nach Phase 1, da man dann durch das Bauen keine direkte Verstärkung mehr bekommt. Es gibt zwei Gebäude, die gebaut werden können, den Stall und das Arsenal. Beide Gebäude bringen am Spielende Siegpunkte und produzieren in Phase 1 neue Tiere. Das Arsenal bringt dazu in jedem Kampf einen Bonusschaden mit, was durchaus sehr mächtig ist.
Bei den Ressourcen trifft man auf eine altbekannte Catan Mechanik. Es werden zwei Würfel geworfen und jeder Spieler, der eine entsprechende Ressourcen Area besitzt, bekommt die Ressourcen, die gewürfelt wurden.
Ja diese Mechanik hat einen hohen Glücksanteil, ob man das bekommt, was man braucht, aber das führt, wie in Catan auch schon, dazu das man versuchen wird zu handeln. Da wir bisher nur 2-Spieler Partien gespielt haben, haben wir nicht gehandelt. Das funktioniert aus meiner Sicht grundsätzlich zu zweit nicht gut, so wie Catan eben auch.
Neben Gebäuden kann man seine Ressource auch für Spionage Karten ausgeben, diese können Siegpunkte bringen, helfen aber ehr dabei sich vor Angriffen zu schützen, Ressourcen zu stehlen oder sich anderweitig einen kleinen Vorteil zu verschaffen. Klein aber gemein, da man hiermit immer wieder schöne Nadelstiche setzen kann, die den Gegnern auf Dauer wehtun werden.
Spannen wir jetzt den Bogen auf die Explosive Landwirtschaft, in Farms Race kämpfen die Tiere nicht nur direkt gegeneinander, man kann auch Atombomben bauen und sich damit seiner Gegenspieler entledigen. Aus meiner Sicht ist dies in der heutigen Zeit vielleicht nicht das beste Spielelement, aber humoristisch ist es schon irgendwie. Atombomben bringen eine zusätzliche Strategische Ebene mit, da ihr angrenzende Felder damit angreifen könnt. Aber ihr müsst auch Berücksichtigen, das eure Feinde einen Gegenschlag ausführen können. Der Einsatz dieses Kriegsmittel sollte gut durchdacht sein. Zur Abschreckung und zum Generieren von Siegpunkten sind Atombomben aber auch sehr nützlich.
Zu zweit und doch zu dritt
Es gibt für alle Spielerzahlen vordefinierte Karten die Aufgebaut werden. Diese schauen auf den ersten Blick auch sehr ausgewogen aus. Für die 2-Spieler Varianten gibt es zwei unterschiedliche Aufbauarten und insgesamt 3 Szenarien. Hier spielt immer eine dritte, neutrale Fraktion mit. Um eine zwei Spieler Partie voranzutreiben, muss die neutrale Fraktion in einem gewissen Rundenlimit besiegt werden. Schaff man das nicht verlieren beide Spieler automatisch. Sobald die neutrale Fraktion besiegt wurde, gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Dieser Spielerische Kniff gefällt mir gut, man kann sich nicht zurücklehnen und abwarten, was der Gegner macht, sondern muss aktiv sein, um nicht zurückzufallen. Zudem kann man taktisch gut abwägen, ob man versucht, noch eine Runde zu spielen oder doch lieber die letzte Einheit der neutralen Fraktion weg bombt. Das bringt eine gewisse Taktische und Strategische Komponente ins Spiel.
Fazit: Strategischer Spaß der sich selber nicht ernst nimmt
Farms Race wurde mir über Social Media-Werbung gezeigt. Mit dem Slogan "Wie Catan, nur mit Atombomben", was ich erstmal recht unspektakulär fand, da Catan nicht unbedingt zu meinen Highlights gehört. Aber das Artwork hat es mir dann angetan. Also habe ich mich etwas näher mit dem Spiel beschäftigt, Kontakt zu den Amerikanischen Publishern aufgenommen und mir einige Versionen für den Shop und natürlich für mich gekauft.

Ich finde Farms Race ist eine gelungene Hommage an die bekannten Klassiker, gespickt mit originellem Humor und einer cleveren Verbindung von verschiedenen Mechaniken. Gerade den Humor lassen viele Spiele heut zu Tage gerne vermissen, daher ist Farms Race hier wirklich eine tolle Abwechslung zu den sonst ernsten Spielen.
Wir haben es zwar bisher nur zu zweit gespielt, aber wir hatten trotzdem sehr viel Spaß. Ich denke in größerer Runde wird es hier epische Schlachten zwischen den Tieren geben. Sobald ich noch ein paar mehr Runden gedreht habe, werde ich noch ein genaueres Fazit ziehen.